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Bussysteme

Bussysteme im Überblick

Die folgende Übersicht und Kurzbeschreibung der Bussysteme liefert einen Überlick über die Stärken und Schwächen der Systeme, damit Sie in Ihrer Entwurfs- und Spezifikationsphase Ihre Systemkomponenten optimal vernetzen.


Bus-Eigenschaften im Vergleich

Bussystem Geschwindigkeit Leitungslänge Busteilnehmer
EIB 9,6kHz 4km pro Linie, max 15 Linien in je 15 Bereichen 256 pro Linie, 256x15x15 = 57600
LIN 20kHz 40m 16
CAN (1-wire) typisch 33kHz 100m 32
I2C (std), SMBus 100kHz 2m 20
SPI 110kHz 6-8m (30m) 2
RS232 115kHz 15m 2
CAN (fehlertolerant) 125kHz 100m 32
ASi 167kHz 100m 62 (mit je 4E,3A)
Bitbus 375kHz 300m bis 1200m(62,5kHz) 250
I2C 400kHz 2m 20
DeviceNet 500kHz 40m 30
INTERBUS 500kHz (Kupfer),
2MHz(LWL)
13km (Kupfer),
80km (LWL)
256 (4096E/A)
CAN (high speed) 1MHz 40m 100
GPIB 1MHz 20m 15
I2C (high speed) 3,4MHz 0,5m 5
FlexRay 10MHz 64
USB (1.1) 1,5MHz oder 12MHz 25m 127
PROFIBUS 12MHz 100m (bei nur 9,6kHz 1,2km) 32 pro Seg. 126 pro Netzwerk
MOST 24MHz 64
SCSI 40MHz 6m 8
MOST 2 50MHz 64
Fast SCSI 8-80MHz 3m 8
IDB1394 (automotive Firewire) 100MHz m
Ultra SCSI-3 18-160MHz 12m 16
Firewire (IEEE-1394) 400MHz 72m 63
USB 2.0 HiSpeed 480 MHz 25m 127
Tabelleneintraege sind nach maximaler Geschwindigkeit des jeweiligen Bussystems sortiert.


UART
(Universal Asyncronous Receiver Transmitter)
  • serielle Übertragung
  • einfach, universell
  • asynchron (bedeutet: Datenclock ist nicht in die Daten integriert, Sender und Empfänger müssen sich vor der Übertragung auf die Übertragungsgeschwindigkeit einigen (= Baudrate einstellen)).
  • Übertragung byteweise mit Start- und Stoppbit
  • Paritätsbit wahlweise
  • 1 Leitung pro Informationsflussrichtung (RX, TX)
  • Hardwareflusskontrolle

SPI
(Serial Peripheral Interface)
  • synchrone serielle Übertragung (Clockleitung)
  • ursprünglich von Motorola entwickelt
  • 3+n Leitungen (für n Teilnehmer)
    SCLK: Serial Clock
    MOSI: Master Out Slave In :Data from Master to Slave
    MISO: Master In Slave Out :Data from Slave to Master
    SS: Slave Select


IIC, I2C
(Inter IC Connection)
  • einfache Hardwareanforderungen: Clock und Datenleitung (bidirektional)
  • Busgeschwindigkeit richtet sich nach dem langsamsten Teilnehmer
  • Multimaster Betrieb möglich (Arbitrierung)
  • keine spezifizierten Kabel oder Stecker
  • Busteilnehmer sind adressiert


SMBus
(System Management Bus)


LIN
(Local Interconnect Network)
  • einfach und günstig
  • Single Master, multiple Slave
  • ideal als Subbus an CAN Knoten
  • mit UART-Hardware realisierbar


CAN
(Controller Area Network)
  • Standard Busystem in automotive Anwendungen, wird aber auch in industriellen Anwendungen eingesetzt
  • mehrere Standards CAN-A, CAN-B Full-CAN
  • relativ aufwendiges Protokoll
  • keine Adressierung, Message-Identifier (content oriented messages)
  • fixes Bustiming
  • Mechanismen zur Fehlererkennung und Korrektur


DeviceNet
  • Sehr verbreiteter Bus im amerikanischen Markt
  • vergleichbar mit dem CAN-Bus
  • Link zu DeviceNet


GPIB
(General Purpose Interface Bus, auch General Purpose Instrumentation Bus)
  • IEEE488 Standard, IEEE60488
  • von der Firma Hewlett-Packard (HP) als HP-IB entwickelt
  • paralleler 8-bit Bus, mit dem bis zu 15 Geräte verbunden werden kann (30 Geräte adressierbar) die physikalische Spezifikation gestattet jedoch nur den Anschluss von 15 Geräten pro Bus
  • 1MBit/s
  • verbreiteter Standard in der Messtechnik


FlexRay
  • automotive x-by-wire
  • echtzeitfähig
  • zeitgesteuert, damit für sicherheitsrelevante Anwendungen geeignet
  • synchrone und asynchrone Datenübertragung möglich
  • Fehlererkennung
  • optisches und elektrisches Medium
  • lineare oder sternförmige Topologie


USB
(Universal Serial Bus)
  • Standard zur Anbindung unterschiedlichster Pheripherie an den PC
  • Single Master System mit bis zu 127 Slaves
  • "hot plug in" Funktionalität
  • wird von Windows, Linux (Unix) und Apple unterstützt
  • standardisierte Kabel und Stecker zur Vereinheitlichung der vielen PC-Interfaces
  • Interfaces zu anderen Schnittstellen verfügbar (USB<->RS232, USB<->PS2, USB<->parallel,...)


PROFIBUS
(Process Field Bus)
  • serielle Übertragung RS485 konform
  • 9,6kBit - 12MBit, mit zunehmender Geschwindigkeit verringert sich die maximale Übertragungslänge von 1200m bis auf 100m. Die eingestellte Übertragungsgeschwindigkeit gilt für den gesamten Bus und muss von allen Teilnehmern unterstützt werden.
  • Bus kann aus mehreren Segmenten bestehen. Jedes Segment enthält max. 32 Teilnehmer (1 Master und 31 Slaves), die Segmente werden mit Repeatern verbunden.
  • Link zu Profibus


MOST
(Media Oriented Systems Transport)
  • serielles Bussystem zur Übertragung von Audio- und Video-, Sprach- und Datensignalen über Lichtwellenleiter
  • Ring Topologie
  • plug and play
  • ein Master speist kontinuierlich MOST-Frames in den Ring
  • 60 physikalische Kanäle können konfiguriert werden
  • Übertragung von Streaming-Daten (synchrone Datenübertragung) und Paketdaten (asynchrone Datenübertragung)
  • Link zur MOST-Bus Cooperation


IEEE1394, Firewire
  • Bus-Standard für Kommunikation und Austausch hoher Datenmengen (MPEG2, DVD, Audio)
  • hot plug in
  • automatische Erkennung und Konfiguration der Busteilnehmer
  • garantierte Bandbreite




Welche Mikrocontroller eignen sich für die unterschiedlichen Bussysteme?

  • Byteorientierte Kommunikation (RS232, RS485, LIN, IIC IIS,) kann von 8-Bit Mikrocontrollern gesteuert werden.

  • Nachrichtenorientierte Kommunikation mit geringem Umfang aber hohen Übertragungsraten (CAN) erfordert gewöhnlich einen 16 Bit Mikrocontroller im mittleren Leistungsbereich.

  • Nachrichtenorientierte Kommunikation mit mittlerem Umfang und mittleren Übertragungsraten (Ethernet) erfordern meist 32-Bit Mikrocontroller.


Weiter muss der Mikrocontroller auch aussreichend Rechenleistung und Speicher (Flash und RAM und ggf. EEPROM) zur Verfügung stellen um die ihm gestellen Aufgaben zufriedenstellend zu erledigen. Hier hilft nur eine gründliche Analyse der Spezifikation.